- Wirkprinzip
- Unterbrechung der chem. Kettenreaktion
- Reaktionszeit
- ≤ 40 s vollständig
- Personengefährdung
- 1,5 m Sicherheitsabstand
- Hardware-Schaden
- Keiner — Partikel < 2 µm
- Wartung
- Jährliche Sichtprüfung · keine Druckprüfung
- Lebensdauer
- 15 Jahre Lebensdauer
- Druckspeicher
- Nein — Festkörper
- Stromabschaltung
- Nicht erforderlich
Kein Wasser. Kein Gas.
Nur Reaktion.
Kondensiertes Aerosol unterbricht die chemische Kettenreaktion eines Brandes auf molekularer Ebene — innerhalb von Sekunden, ohne Sauerstoff zu reduzieren, ohne Druckverlust und ohne kostenintensiver Rückstandssanierung.
Fünf Schritte
vom Funken zur Stille.
Vom Erkennen der Hitzeentwicklung bis zur vollständigen Brandunterdrückung vergehen weniger als 60 Sekunden. Jeder Schritt ist mechanisch oder chemisch redundant ausgelegt — kein Strom, kein Druckbehälter, keine bewegten Teile im Generator.
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01 t = 0 sErkennung
Brandentstehung
Hitze, Funke oder offene Flamme entstehen im überwachten Raum. Sensorik (Glasampulle 57–141 °C, Bimetall 72–110 °C oder Thermoseil 175 °C) erkennt die Schwellwertüberschreitung.
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02 t ≤ 5 sAuslösung
Aktivierungssignal
Auslösung mechanisch (Glasampulle bricht, Thermoseil löst), elektrisch (3–24 V DC, ≥ 250 mA) oder hybrid. Jeder Generator ist autonom — keine zentrale Steuerung erforderlich.
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03 t = 5 sReaktion
Aerosol-Erzeugung
Im Generator setzt der Festkörper-Wirkstoff (KNO₃ + Bindemittel) durch eine selbsterhaltende exotherme Reaktion das kondensierte Aerosol frei — sub-2-µm Kalium-Mikropartikel und inerte Gase.
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04 t = 5–15 sVerteilung
Verteilung im Raum
Das Aerosol verteilt sich gleichmäßig im Schutzraum — ohne Druck, ohne Fühler-Steuerung. Die Partikel folgen Luftströmungen und erreichen jede Geometrie, auch verwinkelte Schaltschränke.
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05 t ≤ 40 sWirkung
Kettenreaktion gestoppt
Kalium-Radikale binden die OH·- und H·-Radikale der Verbrennungskette. Die Flamme erlischt — Sauerstoff bleibt vollständig erhalten, Personen können den Raum gefahrlos verlassen.
Das Branddreieck — und warum der vierte Faktor entscheidet.
Klassische Löschmittel greifen am Branddreieck an: Wasser kühlt, Schaum erstickt, CO₂ verdrängt Sauerstoff. Alle drei haben einen Preis — Wasserschaden, Sauerstoffmangel, Druckaufbau im Raum.
Aerosol greift im Zentrum an: an der chemischen Kettenreaktion zwischen Brennstoff und Sauerstoff. Kalium-Radikale fangen die OH·- und H·-Radikale ab, ohne dass eines der drei klassischen Elemente reduziert werden muss. Die Flamme verlöscht — Atmosphäre, Hardware und Inhalt bleiben unberührt.
Festkörper.
Kein Druck.
Der Wirkstoff ist ein gepresster Festkörper auf Kaliumnitrat-Basis. Bis zur Auslösung absolut inert, kein Druckbehälter, keine Wartung der Füllung — die Lebensdauer beträgt 15 Jahre, bei Einhaltung der angeführten Umgebungsparameter (Temperatur und Feuchte). Ausschließlich eine jährliche Sichtprüfung ohne Druckprüfung wird empfohlen und ein 5 jähriger Wartungsintervall wird vorgeschrieben.
Die Mischung ist seit 25 Jahren stabil und in ihrer Wirkung nach CEN/TR 15276-1:2019 verifiziert. Jeder Generator wird einzeln geprüft und chargenidentifiziert ausgeliefert. Ein NFC Chip erleichtert die Registrierung, Nachverfolgung und die Dokumentation der Wartungsarbeiten.
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75 %
Kaliumnitrat KNO₃ · Oxidator
Liefert den Sauerstoff für die Eigenreaktion und die Kalium-Radikale.
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16,5 %
Dicyandiamid DCD · Reduktionsmittel
Treibt die exotherme Selbsterhaltungsreaktion und bildet inerte Gase.
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8,5 %
Phenolharz Bindemittel · Matrix
Verleiht Formstabilität, regelt die Abbrandgeschwindigkeit.
Aerosol vs. klassische
Löschmittel.
Wo Wasser, Schaum oder Inertgase an ihre Grenze kommen, beginnt der Anwendungsbereich von kondensiertem Aerosol. Werte beziehen sich auf typische Schaltanlagen-Anwendungen mit ca. 3 m³ Schutzvolumen.
| Eigenschaft | Wasser / Sprinkler | CO₂ / Inertgas | Schaum / Pulver | Aerosol · Ignitec |
|---|---|---|---|---|
| Wirkprinzip | Kühlung | Sauerstoffverdrängung | Erstickung & Trennung | Unterbrechung der chem. Kettenreaktion |
| Reaktionszeit | 30–120 s | 20–60 s | 15–30 s | ≤ 40 s vollständig |
| Personengefährdung | Nass — Stromschlag | Hoch — Erstickung | Mittel — Sicht, Atmung | 1,5 m Sicherheitsabstand |
| Hardware-Schaden | Total — Sanierung nötig | Keiner | Korrosiv, aufwendig | Keiner — Partikel < 2 µm |
| Wartung | jährlich | halbjährlich (Druck) | jährlich | Jährliche Sichtprüfung · keine Druckprüfung |
| Lebensdauer | ~ 25 Jahre | ~ 10 Jahre (Behälter) | ~ 6 Jahre (Pulver) | 15 Jahre Lebensdauer |
| Druckspeicher nötig | Ja (Pumpe) | Ja (200 bar) | Ja (15 bar) | Nein — Festkörper |
| Stromabschaltung | Erforderlich | Empfohlen | Erforderlich | Nicht erforderlich |
Wischen oder Tabs nutzen, um zwischen den Löschmitteln zu wechseln.
Kalium fängt das Radikal.
Beim Verbrennungsvorgang entstehen aggressive OH·- und H·-Radikale, die die Kettenreaktion am Laufen halten. Sobald das Aerosol freigesetzt wird, binden die Kalium-Mikropartikel diese Radikale stöchiometrisch — die Reaktion bricht ab.
Die Konzentration von ≤ 100 g/m³ ist dabei rund 8× geringer als bei vergleichbaren Pulver-Löschmitteln. Die feinen Kalium-Mikropartikel hinterlassen einen leichten, nicht-korrosiven Belag — er lässt sich mit Tuch oder HEPA-Sauger entfernen, ohne Korrosionsschutz oder Demontage. Im Vergleich zu Pulver- oder Wasser-Sanierung ist der Wiederinbetriebnahme-Aufwand minimal.
- Generator
- Aerosol-Wolke
- Partikel
- < 2 µm
Geprüft für Räume
mit Menschen.
Sicherheitsabstand zu Personen
Der direkte Abstand zur Mündung des Generators muss bei Auslösung mindestens 1,5 m betragen — gemäß CEN/TR 15276-1:2019. Im Raum selbst gibt es keinerlei Gefährdung durch Sauerstoffmangel.
Abstand zu sensiblen Objekten
Mindestens 0,3 m direkt vor der Düse. Seitlich und oberhalb des Generators ist kein Abstand erforderlich — Einbau in Schaltschränken bei Wandmontage problemlos möglich.
Räumung empfohlen, nicht zwingend
Aerosol verdrängt keinen Sauerstoff. Eine Räumung des Schutzraums vor Auslösung ist gemäß Betriebsanleitung dennoch empfohlen, um die Sichteinschränkung während der Aerosol-Bildung zu vermeiden.
Geprüft. Dokumentiert.
Zugelassen.
Jeder Generator wird einzeln geprüft und mit chargenbezogener Dokumentation ausgeliefert. Auslegung, elektrische Sicherheit und Transporteinstufung sind nach den entsprechenden europäischen Normen geprüft.
Kondensierte Aerosol-Löschanlagen
Prüfvorschrift für Auslegung, Installation und Wartung. Gilt seit 2019 europaweit verbindlich für Aerosol-Systeme.
Niederspannungsrichtlinie
Konformitätserklärung für die elektrische Auslösung (3–24 V DC) inklusive EMV-Prüfung.
Transportklassifizierung
Klasse 9, transportrechtlich als Festkörper eingestuft. Lagerung ungefährlich, kein Gefahrgut im Stand.
Sie planen ein
spezielles Schutzkonzept?
Unsere Anwendungsingenieure prüfen Ihren Einsatzfall, dimensionieren Generator-Größe und Auslösung und liefern in unter zwei Werktagen einen ersten Vorschlag — inklusive Berechnung nach CEN/TR 15276-1.